Remstal Werkstätten

Gefragter Partner der Industrie

UniPPS® im Einsatz in den Remstal Werkstätten, den Werkstätten für behinderte Menschen der Diakonie Stetten

Highlights
– Komplette Betriebssteuerung
– Berücksichtigung der Besonderheiten von Werkstätten für behinderte Menschen
– Arbeitsplanerstellung unter Berücksichtigung der besonderen Anforderungen der Mitarbeiter
– Kalkulation und Abrechnung inklusive Betreuungskosten und Ausgleichsabgabe
– Verarbeitung von VDA-konformen Datensätzen

Gut 1.200 Mitar­beiter, Großkun­den wie Daimler­Chrysler, Bosch, Stihl und Bauknecht-Rahmendaten und Kundenliste der Remstal Werkstätten für behinderte Menschen sind imposant. Dass Unternehmen dieser Größe nicht ohne ERP­System gesteu­ert werden können, liegt auf der Hand. Seit 1998 arbeitet bei den Remstal­Werkstätten das System UniPPS®.

Wozu brauchen die Remstal Werkstätten ein ERP-System? Die Antwort von Geschäftsführer Walter Dittrich fällt kurz und nüchtern aus: ,,Zur Steuerung unserer gesamten Unternehmens­prozesse.“ Unternehmensprozesse in Werkstät­ten für behinderte Menschen? Genau: Denn rund 1.000 der 1.200 Mitarbeiter sind nicht etwa Betreuungs- und Anleitungspersonal, sondern Mitarbeiter in den Werkstätten für körperlich oder geistig Behinderte sowie psychisch kranke Menschen. Die Angebotspalette der Leistungen, die die Remstal Werkstätten anbieten, ist lang: Von der Metallbearbeitung (Bohren, Sägen, Stanzen, Fräsen, Entgraten) über die Montage von Automobilzubehör und elektronischen Bau­gruppen bis hin zu Verpackung und Konfektio­nierung von Teilesätzen reicht das Dienstleis­tungsportfolio. Auch Druckaufgaben, Recycling nebst Entsorgung, zertifizierte Zerstörung von Prototypen oder die Produktion von medizi­nischen Sonden gehört zum Angebotsspekt­rum. Die Remstal Werkstätten sind zertifiziert nach DIN ISO 9001-2000 und auch als zertifi­zierter Entsorgungsfachbetrieb anerkannt.

„Viele denken bei dem Stichwort ,Werkstatt für behinderte Menschen‘ nur an Handwebereien und Bastelartikel. Das fertigen wir zwar auch. Aber hauptsächlich sind wir als Partner für die Industrie tätig, insbesondere für die Automobil­industrie“, berichtet Walter Dittrich. ,,Deswegen sind wir ein richtiges Unternehmen und deshalb brauchen wir auch ein ERP-System.“ Alle Fragen beantwortet? Nein. Schließlich unterscheiden sich Arbeitsabläufe in den Remstal Werkstätten zum Teil erheblich von denen anderer Dienst­leister. Das Anforderungsprofil ist höchst unter­schiedlich: Von Beistellarbeiten bis zu Eigenproduktionen reicht die Palette. Einfache Konfektionierungsjobs, bei denen die Produkteals Zustellware inklusive Verpackungsmaterial vom Auftraggeber geliefert werden, befinden sich am einen Ende der Angebotspalette. Dann wieder sind Montagen für KFZ-Teile erforderlich, die später wieder in den normalen Betriebsab­lauf bei einem KFZ-Hersteller eingespeist wer­den. Schließlich werden auch Serien- und Sonderanfertigungen angefragt, bei denen die Produktion mit nichts als einem Stück Metall beginnt. ,,Wir sind, was unsere Leistungsbreite angeht, ein Gemischtwarenladen“, lacht Walter Dittrich, Ex-IBM-Manager. Dieser Gemischt­warenladen will gemanagt werden. Das geschah in der Vergangenheit ganz simpel: Ein Mit­arbeiter hatte die Projektverantwortung für alle Vorgänge in den Werkstätten auf seinem Schreibtisch, leidlich unterstützt von der DOS­basierten Tabellenkalkulation FoxPro. Um die Abhängigkeit von einer Person aufzulösen und die Aufgaben auf mehrere Schultern zu vertei­len, musste ein anderes System der Arbeitsver­waltung und damit auch ein anderes Computer­system her. Die Wahl fiel auf UniPPS®, das ERP-System des Herstellers Comtri.

Auswahlverfahren mit Fraunhofer Institut
Das Auswahlverfahren, welches Computersys­tem für Werkstätten für behinderte Menschen in Frage kommen könnte, begann 1997. An der Auswahl beteiligten sich nahezu alle zum dama­ligen Zeitpunkt auf dem Markt vertretenen Soft­wareanbieter. Schlussendlich setzte sich UniPPS® durch. ,,Ein wichtiges Auswahlkriterium für UniPPS® war, dass das System schon damals die Möglichkeit hatte, über eine DFÜ-Schnittstelle VDA-konforme Datensätze zu verarbeiten. Das war für unsere Kunden aus der Automobilindus­trie ein wichtiges Anforderungskriterium“, erin­nert sich Bernd Eckhardt Fritz, Projektleiter der Arbeitsvorbereitung und aktiver Teilnehmer der Remstal Werkstätten im Arbeitskreises mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart. Dieses war von den Remstal-Werkstätten mit der Marksondie­rung und Auswahl eines ERP-Systems beauftragt worden. Ebenfalls mit im Boot der Auswahlkom­mission war die Genossenschaft der Werkstät­ten GDW. Zahlreiche Köpfe also, die es zu über­zeugen galt. Allein mit der Verarbeitung von VDA-konformen Daten zu punkten reichte nicht – aber UniPPS® zeigte weitere Stärken, die schritt­weise allmählich zum Tragen kamen. ,,Die Flexi­bilität der Software ist, das können wir nach acht Jahren getrost konstatieren, ganz hervorra­gend“, so Dittrich. ,,Wir sind bislang noch vor kei­ner Situation gestanden, die wir in UniPPS® nicht abbilden konnten.“Diese Flexibilität ist deshalb bemerkenswert, weil UniPPS® eigentlich nicht speziell mit Blick auf Behinderteneinrichtungen konzipiert wurde. Der Ursprung der Software liegt im Maschinen­bau, und da besonders bei der Planung, Ferti­gung und Produktionssteuerung von varianten­reichen Produkten. Mittels Bool’scher Wenn-Dann-Sonst-Oder-Algorithmen kann das System selbstständig aus vordefinierbaren Rahmenparametern Daten im gewünschten Ausgabeformat generieren – Arbeitspläne oder Fertigungsaufträge gehören zum Standard, der in der Industrie und auch bei den Remstal Werkstätten gefragt sind. Die Remstal Werkstätten nutzen diese Möglichkeiten aber auch, um die besonderen Fähigkeiten und Anforderungen ihrer Mitarbeiter zu organisieren. ,,Wir haben beispielsweise Mitarbeiter, die nur eine gewisse Zeit an einer Aufgabe arbeiten können, da sonst die Fehlerquote massiv ansteigt“, berichtet Dittrich. ,,Ein Arbeitnehmer in einem x-belie­bigen Unternehmen kann seinen Arbeitstag entsprechend gestalten oder mit dem Vorgesetzten darüber sprechen. Bei uns geht das so einfach nicht: Unsere Mitarbeiter reagieren völlig unterschiedlich und nicht immer rational. Indem wir diese Rahmenparameter bei der Ar­beitsplanerstellung von UniPPS® berücksichtigen lassen, ersparen wir den Mitarbeitern und den Teamleitern unerfreuliche Situationen“, erläutert Walter Dittrich.

Komplette Betriebssteuerung mit UniPPS®
Neben diesen eher speziellen Anforderungen ist UniPPS® auch für die Steuerung aller anderen Bereiche der Remstal Werkstätten zuständig. Von der Angebotskalkulation über die Arbeits­plan- und Fertigungsplanerstellung bis hin zur Vorbereitung der Abrechnung sind alle Betriebsabläufe in UniPPS® hinterlegt. Insbesondere Ab­rechnung und Kalkulation der Remstal Werk­stätten sind nicht mit den identischen Vorgän­gen bei herkömmlichen Industrieunternehmen vergleichbar. Genügt es dort, die Fertigungs-, Betriebs- und Arbeitskräftekosten vernünftig zusammen zu bringen, kommen in einer Werk­statt für behinderte Menschen noch weitere Parameter hinzu. Der Grund: Die Werkstätten müssen sich selbst tragen, gleichzeitig sind die Betreuungskosten für die Angestellten höher als bei herkömmlichen Betrieben. All dies ist in ent­sprechend angepassten Kalkulationsalgo­rithmen in UniPPS® hinterlegt. Die Abschluss­rechnung geht als Datensatz an die Diakonie Stetten, Träger der Remstal Werkstätten, die auf SAP als Softwarelösung setzt. Zugleich wird auch die Ausgleichsabgabe zwischen den Remstal Werkstätten und den auftraggebenden Firmen automatisch mit berücksichtigt.
Die Veränderungen im Betriebsablauf durch UniPPS® sind deutlich spürbar und in der Summe höchst erfreulich, wie Walter Dittrich in der Rückschau berichtet: ,,Der gesamte Betriebs­ablauf ist jetzt deutlich transparenter geworden. Die Projektverantwortung haben wir auf die technischen Leiter in unseren Werkstätten verla­gert. Sie sind, wie ein Produktionsleiter in einem Unternehmen, jetzt nicht mehr nur für die Betreuung unserer Mitarbeiter, sondern auch für die Produktivität und die Qualität ihrer Gruppe verantwortlich. Das erforderte zwar anfangs ein Umdenken, aber mit umfangreichen Schulungs­maßnahmen haben wir das gut in den Griff bekommen“, so Dittrich, der sich auch von der Benutzerfreundlichkeit des Systems angetan zeigt. ,,UniPPS®war schon 1998 im Vergleich zu anderen ERP-Systemen sehr intuitiv, und mit der Zeit ist es immer besser geworden. Ein Beispiel: Man kann in UniPPS® mit der Lupe-Funktion zu verschiedenen Programmfenstern springen, vergleichbar mit dem Surfen im Internet über Hyperlinks. In anderen Systemen mussten starre und umständliche Bedienungsabläufe abge­arbeitet werden.“

Die Zufriedenheit mit UniPPS® in den Remstal Werkstätten ist hoch – so hoch, dass für die Zukunft der Einsatz weiterer Module geplant ist. „Wir würden gerne auch die Teilbereiche unserer Einrichtung, die bislang noch nicht in UniPPS® ab­gebildet sind, in das System integrieren“, be­richtet Dittrich von den weiteren Vorhaben. ,,Das wird sicher auch im laufe der Zeit passieren. Als nächster Schritt ist aber zunächst die Einführung des QM-Systems geplant. Wir sind nach acht Jahren mit dem System davon überzeugt, dass UniPPS® das für uns ideale System ist.“