Unsinn Fahrzeugtechnik GmbH

ERP-System konstruiert Varianten

Die Unsinn Fahrzeugtechnik GmbH produziert jährlich etwa 5.000 unterschiedliche PKW-Anhänger. Bei der Auftragsbearbeitung setzt das Unternehmen seit 2004 auf UniPPS®.

Schon seit einigen Jahren war das Unternehmen auf der Suche nach einer geeigneten technischen und kaufmännischen Unternehmenssoftware, um den allmählich gewachsenen IT- Wildwuchs zu zähmen. „Gearbeitet haben wir mit den Microsoft-Programmen Access, Excel und Word. Dass so auf Dauer keine durchgängige Datenbasis und damit keine Übersichtlichkeit mehr gewährleistet war, leuchtet ein“, erinnert sich Christian Tyroller zurück. „Der Leidensdruck war zwar da, aber noch nicht übermächtig. In dieser Situation sind wir auf UniPPS® gestoßen – und das hat sich als Volltreffer herausgestellt.“

Das ERP-System UniPPS® ist speziell auf die Anforderungen von Einzel- und Variantenfertigern ausgerichtet. Es ermöglicht – ausgehend von einer einheitlichen Datenbasis – die komplette Betriebssteuerung vom Einkauf über das Angebotswesen und die Fertigungssteuerung bis hin zum Lagerwesen und der Nachkalkulation.

„Die Tatsache, nur noch eine einheitliche Datenbasis pflegen zu müssen, war für uns ein wichtiges Kriterium“, berichtet Tyroller. „In der Vergangenheit war unser Unternehmen einfach nicht transparent, weil viele Detailinformationen nur in den jeweiligen Abteilungen  verfügbar war. Ein Beispiel: Die Fertigung hat sich den aktuellen Rohmaterialbestand aus dem Lager übermitteln lassen und eine Nachbestellung veranlasst. Dasselbe hat einige Tage zuvor bereits einer unserer Konstrukteure getan, weil er mit dem Auftrag beschäftigt war. Der Einkauf wiederum musste nun an zwei Stellen nachfragen, ob die Bestellung tatsächlich zweimal ausgelöst werden sollte oder ob eine Dopplung vorlag.“ Heute sorgt UniPPS® für Transparenz: Jeder Vorgang wird mit einem Kundenauftrag verknüpft, die Abläufe sind klar  nachvollziehbar.

„Mittlerweile ist das System so weit eingerichtet, dass Bestellungen automatisiert angestoßen werden und nur noch freigegeben werden müssen“, berichtet Tyroller. „Das hat einige Bremsen im Betriebsablauf gelöst, alles läuft nun reibungsloser.“

Variantengenerator entlastet Konstruktion

Einen weiteren Temposchub in Sachen Produktionszeit hat UniPPS® in der Konstruktionsabteilung ausgelöst. Alle von Unsinn produzierten Anhänger gehen auf rund 30 Basistypen zurück – aber kaum ein ausgelieferter Anhänger gleicht dem anderen. Der Grund: Die Kundenanforderungen bestimmen, wie das Endprodukt auszusehen hat. „Das ist unser großer Vorteil: Wir können genau den Anhänger bauen, den der Kunde will. Sei es ein Baumaschinenanhänger, ein Kühlkoffer oder ein Event-Anhänger mit integrierter Bühne für Promotion-Touren: Wir bauen alles. Dennoch müssen wir nicht alles  selbst  von Grund auf neu konstruieren. UniPPS® unterstützt uns jetzt immens.“

Das System verfügt über einen Variantengenerator, in dem die Konstruktion aller Anhänger-Grundtypen von Unsinn bereits erfasst sind. Anhand von Kriterien, die sich aus den typischen Kundenanforderungen orientieren, kann das System selbsttätig eine Konstruktionsstückliste ableiten und zugleich alle weiteren für die Auftragsbearbeitung notwendigen Schritte veranlassen: Materialbestellung, Fertigungsplanung, Stücklistenerstellung, Terminplanung und vieles mehr. Christian Tyroller nennt ein Beispiel: „Ein Kunde bestellt einen doppelachsigen gebremsten Anhänger mit Metallboden mit einer Breite von 1,76 Meter und einer Länge von 2,86 Meter. Anhand dieser Angaben kann UniPPS® eine detaillierte Fertigungsstückliste erzeugen, diese an die Fertigung übergeben und anhand der verfügbaren Daten zu Auslastung und Warenbestand ein voraussichtliches Lieferdatum nennen.“ Dank der strikten Orientierung an Grundtypen sind die meisten Unsinn-Anhänger mit einer Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) im Straßenverkehr zugelassen, nur spezielle Konstruktionen benötigen eine TÜV-Einzelabnahme.

„Das System UniPPS® gibt uns hier die Sicherheit dass auch jeder Anhänger den Anforderungen der ABE entspricht. Das ist wichtig für eventuelle Haftungsfragen“, erläutert Tyroller.

Datenpflege einfach gemacht

Ein weiterer Pluspunkt des neuen Systems hat sich erst allmählich als unschätzbarer Vorteil erwiesen: Die umfangreiche Suchfunktion in UniPPS®. „Wir können nun nach ganz beliebigen Parametern eines Auftrags suchen und haben sofort die Auftragshistorie vorliegen“, so Tyroller.

„Das ist unglaublich hilfreich, beispielsweise bei Preisanfragen eines Bestandskunden, der einen vor einigen Jahren gekauften Hänger erneut braucht. Oder bei der Frage nach Ersatzteilen: Über die Stückliste können wir genau feststellen, welches Teil ersetzt werden muss, ob es eine Eigenfertigung oder ein Zukaufteil war und wer dieses Teil damals eingebaut hat. Und eventuellen Reklamationsgründen können wir so rasch auf den Grund gehen. Wir haben alle Daten auf Knopfdruck da – und können sofort eingreifen.“

Auch bei der Pflege der Konstruktionsdaten macht sich die einheitliche Datenbasis von UniPPS® positiv bemerkbar. „Wenn unsere Konstruktion eine neue Idee für ein bestimmtes Bauteil hat, das wir künftig in allen Anhängern einsetzen wollen, reicht eine Änderung der Stammstückliste“, so Tyroller. „Dabei nutzen wir wieder die Suchfunktion: Wo wurde das modifizierte Teil bislang verbaut, wo können wir es gefahrlos ändern – und wo funktioniert die Änderung möglicherweise nicht? All diese Fragen sind dank UniPPS® rasch beantwortet.“

Problemloser Umstieg

Die Umstellung auf UniPPS® ab August 2004 erfolgte allmählich und schrittweise: Zunächst waren Einkauf und Fertigung an der Reihe, dann kam das Verkaufsmodul dazu, schließlich wurde im Herbst 2007 die Einführung des Kalkulationsmoduls und die Betriebsdatenerfassung abgeschlossen. Die allmähliche Einführung der einzelnen Module erforderte zwar über einen bestimmten Zeitraum eine Parallelpflege zweier Systeme – dieses Manko nahm das Unternehmen aber bewusst in Kauf: „Wir wollten beim Umschalten auf das neue System sichergehen, dass alles funktioniert. Der UniPPS®-Anbieter hat uns während der Einführung gut begleitet. Trotzdem konnten wir natürlich keine Datenverluste oder wochenlange Standzeit riskieren“, so Christian Tyroller. Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: Das System läuft quasi seit Beginn stabil und problemlos – und das, obwohl  die Umstellung mitten in eine Wachstumsphase des 90 Mitarbeiter starken Unternehmens fiel: Mittlerweile produziert Unsinn rund 5.000 Anhänger pro Jahr und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 15 Millionen Euro – Tendenz: Steigend. „Ich bin sicher, dass wir auch künftig unsere Ideen mit UniPPS® in die Praxis umsetzen können“, blickt Christian Tyroller voraus. „Voraussetzung für jeden Fortschritt ist natürlich, dass sich jede Abteilung Gedanken macht, welche Parameter die Software braucht, um sinnvoll arbeiten zu können. Dann geht alles ganz rasch, das hat die Vergangenheit gezeigt: Die Mitarbeiter sehen die Vorteile des Systems und wollen die Software dann auch möglichst schnell nutzen.“